RenteKlar
Wie hoch wird deine gesetzliche Rente und wie groß ist die Lücke?
Rente berechnen – was steckt hinter den Zahlen?
Die gesetzliche Rente berechnet sich über Entgeltpunkte: Wer ein Jahr lang exakt den bundesdeutschen Durchschnittslohn verdient, sammelt 1,0 Entgeltpunkte. Wer mehr verdient, mehr Punkte – wer weniger verdient oder Teilzeit arbeitet, entsprechend weniger. Multipliziert mit dem aktuellen Rentenwert (derzeit 37,60 €) und dem Zugangsfaktor (Abschlag bei Frührente) ergibt sich die Bruttorente. Nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung sowie Steuern bleiben davon netto typischerweise rund 80–82 Prozent übrig.
Das Problem: Die nominale Rente klingt gut, aber in 20–30 Jahren ist ihr realer Wert durch Inflation deutlich geringer. Bei einer jährlichen Inflationsrate von nur 2 Prozent verliert ein Betrag von 1.500 Euro in 25 Jahren gut ein Drittel seiner Kaufkraft – er entspricht dann noch rund 900 Euro in heutiger Währung. RenteKlar rechnet deshalb sowohl in heutigen Euro (real) als auch in zukünftigen Euro (nominal), damit du weißt, worum es wirklich geht.
Was ist die Rentenlücke – und warum ist sie so wichtig?
Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem Einkommen, das du im Ruhestand benötigst, und dem, was die gesetzliche Rente voraussichtlich liefern wird. Finanzexperten empfehlen als Faustregel, im Alter mindestens 70–80 Prozent des letzten Nettoeinkommens zur Verfügung zu haben – weil fixe Kosten wie Miete und Versicherungen bestehen bleiben, während Ausgaben für Arbeitswege oder Berufskleidung wegfallen. Doch die gesetzliche Rente erreicht diesen Wert für die meisten Menschen nicht. Wer 45 Jahre lang den genauen Durchschnittslohn verdient hat – also ein sogenannter Eckrentner – kommt auf ein Rentenniveau von 48 Prozent des aktuellen Durchschnittseinkommens. In der Praxis ist die individuelle Rente häufig noch niedriger, weil Teilzeit, Kindererzieheungszeiten oder Phasen der Selbstständigkeit die Entgeltpunkte drücken.
Diese Lücke zu kennen ist der erste und wichtigste Schritt. Denn nur wer weiß, wie groß der Fehlbetrag ist, kann ihn gezielt schließen – durch einen ETF-Sparplan, die betriebliche Altersvorsorge (bAV), ein Altersvorsorgedepot oder andere Vorsorgeformen, je nach persönlicher Situation und Lebensplanung.
Wann sollte ich mit der Altersvorsorge anfangen?
Die kurze Antwort lautet: so früh wie möglich. Der Grund ist der Zinseszinseffekt: Wer mit 30 Jahren beginnt, monatlich 150 Euro in einen breit gestreuten ETF-Sparplan einzuzahlen, kann bei einer historisch realistischen Rendite von 6 Prozent pro Jahr bis zum Rentenalter mit 67 ein Kapital von rund 250.000 Euro aufbauen. Wer erst mit 45 anfängt und dafür monatlich 300 Euro einzahlt – also den doppelten Betrag – kommt auf deutlich weniger, weil die entscheidenden frühen Jahre fehlen, in denen das Kapital exponentiell wächst. Zeit ist beim Vermögensaufbau der wichtigste Faktor, nicht die Höhe der einzelnen Sparrate.
Das bedeutet nicht, dass ein späterer Einstieg sinnlos wäre. Auch wer mit 45 oder 50 zu sparen beginnt, kann seine Rentenlücke noch erheblich reduzieren – gerade wenn zusätzlich die betriebliche Altersvorsorge mit Arbeitgeberzuschuss genutzt wird. Den Arbeitgeber-Pflichtbeitrag von mindestens 15 Prozent nicht mitzunehmen ist einer der teuersten Fehler in der Altersvorsorge.
Gesetzliche Rente, bAV, ETF-Depot: die drei Säulen im Überblick
Das deutsche Altersvorsorgesystem basiert auf drei Säulen. Die gesetzliche Rentenversicherung ist für die meisten Arbeitnehmer Pflicht und bildet die Basis. Sie funktioniert nach dem Umlageverfahren: Die Beiträge der aktuell Erwerbstätigen finanzieren direkt die laufenden Renten – ein Modell, das durch den demografischen Wandel zunehmend unter Druck gerät. Die zweite Säule ist die betriebliche Altersvorsorge, bei der Arbeitgeber einen gesetzlich vorgeschriebenen Zuschuss leisten müssen. Die dritte Säule umfasst die private Vorsorge – vom klassischen Banksparplan über Fondsgebundene Rentenversicherungen bis hin zum selbst verwalteten ETF-Depot, das inzwischen für viele die renditestarke und kostengünstige Standardlösung ist. Ab 2027 kommt mit dem neuen Altersvorsorgedepot außerdem ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot hinzu, das die bisherige Riester-Rente ablöst und erstmals auch Selbstständigen Zugang zur geförderten Vorsorge ermöglicht.
Einen ausführlichen Überblick über das Rentenpaket 2025, das neue Altersvorsorgedepot und alle aktuellen Änderungen in der Rentenpolitik findest du in unserem großen Renten-Ratgeber auf GeldKlar.io.
Was sagt mir der aktuelle Rentenwert?
Der aktuelle Rentenwert ist die Schlüsselgröße im deutschen Rentensystem. Er gibt an, wie viel Bruttorente ein Entgeltpunkt pro Monat wert ist. Seit Juli 2026 beträgt er 43,60 Euro im Westen – ein Anstieg von 4,24 Prozent gegenüber dem Vorjahr, der durch die verlängerte Haltelinie im Rentenpaket 2025 leicht höher ausfiel als ohne gesetzlichen Eingriff. Wer also beispielsweise 38 Entgeltpunkte angesammelt hat, erhält eine monatliche Bruttorente von 38 × 43,60 Euro = 1.656,80 Euro. Nach den üblichen Abzügen bleiben netto rund 1.350 Euro – für viele Menschen deutlich weniger als der gewünschte Lebensstandard im Ruhestand.
RenteKlar verwendet stets den aktuellen Rentenwert für seine Berechnungen und weist ausdrücklich auf den Unterschied zwischen nominaler und realer Rente hin. Die Ergebnisse sind Orientierungswerte – für eine verbindliche Rentenauskunft wendet man sich am besten direkt an die Deutsche Rentenversicherung unter meine-drv.de.